Psychotherapie
Meine Art zu arbeiten basiert auf psychoanalytischen und psychodynamischen Theorien, deren bekanntester Vertreter und Begründer Sigmund Freud ist. Diese Konzepte ermöglichen es unbewusste Prozesse, Beziehungserfahrungen und innere Konflikte zu verstehen und zu bearbeiten.
Theoretische Grundlagen aus der Objektbeziehungstherapie
(Melanie Klein, Jessica Benjamin, Peter Fonagy):
- Fokus auf frühe Beziehungserfahrungen und wie diese das Selbstbild, die Bindungsmuster und die innere Welt prägen.
- Jessica Benjamin: Betonung der Anerkennung des Anderen und der Intersubjektivität (das „Dritte“ als Raum für gemeinsame Reflexion).
- Peter Fonagy: Mentalisierungsbasierte Therapie – die Fähigkeit, eigene Gedanken und Gefühle und die anderer zu verstehen.
- Selbstpsychologie (Heinz Kohut): Empathie und Spiegelung als zentrale Elemente für die Entwicklung eines stabilen Selbstwertgefühls. Arbeit mit Übertragungsphänomenen und der Wiederherstellung des Selbst.
- Konzept des „Holding“ (Donald Winnicott): Sicherer Rahmen als Grundlage für Entwicklung und Heilung. Bedeutung von Übergangsobjekten und kreativem Spiel für die psychische Gesundheit.
- Wilfred Bion: Container-Contained-Modell: Wie unverdauliche Emotionen (z. B. Angst, Wut) durch eine haltende Beziehung verarbeitet werden können. Fähigkeit zum „Denken“ als Ziel der Therapie.
Wie sich das in der Praxis zeigt
In der Therapie arbeite ich tiefenpsychologisch und beziehungsorientiert:
- Übertragung und Gegenübertragung als Werkzeuge, um unbewusste Muster sichtbar zu machen.
- Traumata und Wiederholungszwänge werden im sicheren Rahmen der Therapie bearbeitet.
Objektbeziehungen (z. B. innere Bilder von Eltern, Partnern) werden reflektiert, um neue, gesündere Beziehungsmuster zu entwickeln.
Meine Werte und Haltungen
Gruppentherapie
Ich arbeite ausschließlich psychotherapeutisch in interaktionellen Gruppen nach den Grundsätzen von Wilfred Bion und Irvin Yalom.
In diesem Setting geht es um:
- Erkennen unbewusster Gruppenprozesse (z. B. Abwehrmechanismen, Rollenverteilungen).
- Arbeit an zwischenmenschlichen Mustern in einem sicheren, reflektierenden Rahmen.
- Fokus auf Hier-und-Jetzt-Erfahrungen, um Beziehungsdynamiken sichtbar zu machen.
- Menschen mit psychischen Störungen (z. B. Depressionen, Angststörungen, Persönlichkeitsstörungen), die in der Gruppe soziale Muster erkennen und verändern möchten.
- Menschen, die Selbstwertthemen in einem gruppendynamischen Kontext bearbeiten wollen.
Einzeltherapie: Diagnostik
Diagnostik erfordert individuelle Anamnese und Testverfahren, die in der Gruppe nicht möglich sind.
- ADHS-Diagnostik (insbesondere für Frauen und neurodiverse Menschen).
- Differenzialdiagnostik bei Verdacht auf neurodiverse Ausprägungen (z. B. Hochbegabung).
- Traumadiagnostik (z. B. bei komplexen PTBS-Symptomen).
Sexualität / Sexualtherapie
Einzelsetting: Für Menschen mit sexuellen Funktionsstörungen, Scham, Blockaden oder Trauma.
Gruppensetting: Gruppen können besonders wirksam sein, um gemeinsame Themen (z. B. Scham, Körperbild, Lustlosigkeit) in einem sicheren Raum zu bearbeiten.
Gruppenthemen: Sexuelle Funktionsstörungen, Sexualität und Selbstwert, Körperpositivität und Lust, Trauma und Sexualität.
Gruppen, Erfahrungsraum & Selbstentwicklung
Psychodynamische Psychotherapie in interaktionellen Gruppen (nach Bion, Yalom und Foulkes) richtet sich an Menschen mit psychischen Erkrankungen. Die Gruppe dient als sicherer Erfahrungsraum für Selbstentwicklung.
ADHS, Hochbegabung & Co
Hochbegabung, ADHS/ADS und Hochsensibilität – vor allem in der weiblichen Lebensrealität – stehen im Fokus. Das Gefühl, anders zu sein, nicht zu passen oder nicht dazuzugehören, ist weit verbreitet. Frühe Bewältigungsmechanismen können zu Mustern führen, die das heutige Erleben prägen.
Identität, Lust & Selbstbestimmung
Sexualtherapie richtet sich an alle. Im Mittelpunkt stehen Fragen wie:
Wer bin ich und was / wen / wie begehre ich?
Wie kann ich meine Bedürfnisse konsensuell leben?
Sexuelle Selbstbestimmung wird dabei nicht nur individuell, sondern auch gesellschaftlich gedacht: Demokratie beginnt mit der Freiheit zur körperlichen Selbstbestimmung.
Kommunikation, Trauma & Konsens
Beziehungen sind mehr als Zweisamkeit – sie sind Spiegel, Herausforderung und Chance für Wachstum. Für Paare, Gruppen oder nicht-normative Konstellationen geht es um Kommunikation, die Bearbeitung von durch Trauma geprägten Wiederholungsmustern und Konsens als Grundlage für gesunde Dynamiken. Im Mittelpunkt steht eine freie, selbstbestimmte und konsensuelle Gestaltung von Beziehungen.


